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Regionalwahlen

Die Schlappe der Fünf Sterne

Bei der Regionalwahl in den Abruzzen wird die Lega stärkste Partei. Die Fünf-Sterne-Bewegung fährt eine folgenschwere Niederlage ein
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Die gestrigen Regionalwahlen in den Abruzzen haben der Lega deutlich den Rücken gestärkt. Die Fünf-Sterne-Bewegung erleidet einen schweren Rückschlag und das Wahlergebnis schwächt die Position Luigi Di Maios innerhalb der Regierungsallianz. In der Region, die geografisch in Mittelitalien, aber nach ihrer kulturpolitischen Tradition eher im Mezzogiorno anzusiedeln ist, siegte das traditionelle Rechtsbündnis unter Einschluss Berlusconis deutlich mit fast 50 Prozent. Marco Marsilio, 50-jähriger Senator der Fratelli d'Italia, wird erwartungsgemäss neuer Präsident der Region und damit Nachfolger des PD-Vertreters Luciano D`Alfonso, dessen Kandidatur für den Senat zur Auflösung des Regionalrates geführt hatte. Die Fünf-Sterne-Bewegung fährt eine schwere Niederlage ein.  
 
Die aus dem bürgerlichen Lager stammende Anwältin Sara Marcozzi musste sich mit 18 Prozent begnügen – ein regelrechter Absturz nach den fast 40 Prozent bei den Parlamentswahlen vor 10 Monaten. Die Niederlage schwächt die Position Di Maios, der sich im Wahlkampf stark engagiert hatte.
 
Nun muss er damit rechnen, dass der orthodoxe Flügel um Kammerpräsident Roberto Fico auf weniger Kompromisse gegenüber der Lega drängt – etwa bei der Abstimmung über die Aufhebung von Salvinis Immunität im Fall Diciotti. Die Wahl bestätigt mit fast 30 Prozent den Aufstieg Lega zur stärksten Partei der Halbinsel. Salvini jubelt über seine Bestätigung als starker Mann Italiens: «Grazie Abruzzo! Grazie Italia. Più forti degli attacchi, delle bugie e delle polemiche: da domani al lavoro!». Die Linksallianz gibt mit 31 Prozent ein deutliches Lebenszeichens, der PD muss sich mit 11 Prozent begnügen – in einem improvisierten Bündnis mit acht Bürgerlisten. Deren Zahl war noch nie so hoch wie in den Abruzzen – ein Zeichen der unaufhaltsamen politischen Zersplitterung der politischen Landschaft Italiens. Die Politikverdrossenheit vieler Italiener wiederum lässt sich aus der Wahlbeteiligung ablesen: Nur gut die Hälfte der Bewohner machte von ihrem Wahlrecht Gebrauch. 10 Stunden nach Ende des Urnengangs waren am Montag noch die Ergebnisse aus 150 Wahlsitzen ausständig. 
 
Jetzt richtet sich die Aufmerksamkeit auf die bevorstehenden Regionalwahlen in Sardinien in zwei Wochen.  Auch dort liegt nach Umfragen das Rechtsbündnis in Führung - allerdings mit weit geringerem Vorsprung.
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